100 Jahre Brohltalbahn

Als etwa einhundert unermüdliche Eisenbahnfreunde 1987 die Interessengemeinschaft Brohltal-Schmalspureisenbahn (IBS) gründeten und zunächst mit ehrenamtlicher Zuarbeit versuchten, die Lohnkosten bei der BEG zu mindern und damit die 8rohltalbahn vor der drohenden Stillegung zu retten, machte man sich Gedanken, ob das wohl zum ersehnten Ziel führen könnte, ob die Räder der damals gerade 86jährigen BEG wohl auch noch im ersten Jahr des neuen Jahrtausends zwischen Brohl und Engeln rollen und am 14. Januar 2001 der hundertste Geburtstag gefeiert werden kann. Es führte zum Ziel, und wir sind stolz darauf sind, es wirklich geschafft zu haben. Nicht allein, ganz sicher nicht, das wäre auch gar nicht möglich gewesen. Daher sei allen denen gedankt, die in diesen vierzehn Jahren, in welcher Eigenschaft auch immer, an der Erreichung des gemeinsamen Zieles Rettung der Brohltalbahn ihren Anteil geleistet haben.

Die Ausgangslage war 1987 mehr als kritisch. Der Schienenpersonenverkehr war schon 1961 zugunsten der betriebseigenen Buslinien eingestellt worden. Der Schienengüterverkehr lag danieder. Die Resttonnage, nur noch Phonolith vom 8ruch bei 8renk, sollte per LKW (und dazu noch über einen Straßenneubau auf der Bahntrasse Brenk-Engeln) preisgünstiger transportiert werden. Notwendige Streckensanierungen und Reparaturen am Rollmaterial waren seit Jahren immer wieder aufgeschoben worden, und die Lohnkosten drohten den Rahmen zu sprengen. Der "Vulkan-Express", inzwischen zehnjähriges Tourismusangebot, verkehrte nur samstags und zog jährlich etwa 7.000 Fahrgäste ins Brohltal.

Von daher sah die Interessengemeinschaft Ansatzpunkte, der BEG stützend unter die Arme zu greifen. Ehrenamtliche Zuarbeit in der Betriebswerkstatt, auf der Strecke und in den Zügen war der erste Schritt. Voller Einsatz in der Werbung, zusätzliche Fahrten an Sonntagen, Angebote zu Sonderfahrten (z.B. Nikolauszüge) führten schon 1987 zu einer Steigerung der Fahrgäste im "Vulkan-Express" um 84 %. Zwischen BEG und IBS wurde ein auf drei Jahre befristeter Kooperationsvertrag geschlossen. Es begann die Ausbildung von IBS-Aktiven mit dem Ziel der Zulassung vom dann geprüften Rangierer bis zum Triebfahrzeugführer. Zukauf und Herrichtung von meterspurigen Personenwagen, Umbau betriebseigener Güterwagen für den Fahradtransport, ein Bahnfest mit von der Selfkantbahn geliehener Dampflok führten u.a. schon ein Jahr später zur legendären Jahresbilanz in Höhe von ca. 40.000 Beförderungsfällen im "Vulkan-Expressx.

Das war der Durchbruch, die IBS hatte ihr Können sicht- und zählbar unter Beweis gestellt.


Auszug aus LGB-Depesche