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Chemin de fer du Jura

  

Bild wird geladenDer Betrieb der CJ
Der Lokalverkehr ist bis heute die wichtigste Einnahmequelle der CJ. So werden auch der Großteil der Personenzüge als Regionalzüge geführt. Die eingesetzten Kompositionen bestehen in der Regel aus einem zwei- bis dreiteiligen Pendelzug. Diese Betriebsform ist auf der CJ unerläßlich, da die Züge Saignelegler-Tavannes in Le Noirmont und die Züge Glovelier - Saignelegier (- La Chaux-de-Fonds) in Combe-Tabeillon Kopf machen müssen. Der Halt zum Kopf machen dauert nur eine Minute, da die Kondukteure auch als Lokführer und umgekehrt tätig sind, so daß ein fliegender Wechsel durch die an beiden Zugenden besetzten Führerstände erfolgen kann. Nach dem Wendemanöver taucht der jetzt hinten sitzende Lokführer als Kondukteur im Zug auf. Dadurch bildet zum Beispiel die Spitzkehre im Combe-Tabeillon kein betriebliches Hindernis. Aber auch technische Kniffe sorgen für einen reibungslosen Betriebsablauf. So werden fast alle Endweichen der einfach gestalteten Kreuzungsstationen aufgeschnitten, weshalb Zugkreuzungen ganz ohne Personal abgewickelt werden können. Die Signalanlagen nach dem System, wie es auch die Rhätischen Bahn auf ihrer Chur Arosa - Strecke einsetzt, funktionieren ebenfalls vollautomatisch mit dem Prinzip der isolierten Schiene. In der Spitzkehre wurde eine doppelte Gleisverbindung eingebaut, deren streckenseitige Weichen eine gerade Grundstellung haben; die stationsseitigen Weichen stehen auf Ablenkung. So können zwei Züge gleichzeitig einfahren und auch automatisch kreuzen. Einzig in Tramelan, Le Noirmont und Saignelegier gibt es auch elektrische Weichen, da hier regelmäßig Züge formiert werden bzw. die Strecke wechseln. Der Fahrplan sieht mindestens einmal stündlich einen Zug in den Relationen Tavannes - Saignelegier und La Chaux-de-Fonds - Saignelegier, eher sporadisch bis Glovelier, vor. In Le Noirmont besteht direkter Anschluß an die jeweils andere Linie. So ergibt sich zwischen Le Noirmont und Saignelegier immerhin ein halbstündliches Angebot! Bei noch dazu kommenden Taktverdichtungen ist die Streckenkapazität auf diesem Abschnitt bereits voll ausgelastet.

Der Güterverkehr
Der Güterverkehr bei den CJ kann aus mehreren Perspektiven gesehen werden. Das Güteraufkommen ist grundsätzlich zwar bescheiden, jedoch im Vergleich mit vielen anderen Schmalspurbahnen der Schweiz dennoch ausgeprägt. So werden derzeit etwa vier Triebfahrzeuge für Güter- und Dienstzüge vorgehalten. Auf den zum Teil sehr steilen Abschnitten des CJ-Netzes sind auch Doppeltraktionen (mit De 4/4 1) anzutreffen, etwa wenn Rollschemelzüge mit schweren Kieswagen (für Dienstzwecke) befördert werden müssen. Einschränkungen für Rollschemelzüge in Tunneln gibt es nicht, da die Tunnels der CJ alle auf der früheren Normalspurstrecke nach Glovelier liegen und ein entsprechend hohes Profil aufweisen.

Die Triebfahrzeuge der CJ
Aus der Anfangszeit der Tramelan - Tavannes Bahn ist nur ein einziges Triebfahrzeug erhalten geblieben, der Traktor 504 (bis 1981 Betriebsnummer 4). Von den anderen Vorläufern der CJ sind keine Lokomotiven mehr vorhanden. Die Hauptlast des Personenverkehrs liegt auf Triebwagen zweier Generationen. 1953 lieferten SIG und SAAS acht Triebwagen Bde. 4/4 601-608 mit einer Stundenleistung von 325 kW. Da nur ein Steuerwagen angehängt wird, ist die Leistung auch heute noch akzeptabel. Der Triebwagen 603 wurde 1986 zum ABDE 4/4 umgebaut. Die zweite Triebwagengeneration stammt aus dem Jahre 1985 mit den Bde. 4/4 11 611-614, die baugleich mit den Triebwagen 31-33 der Appenzellerbahnen sind. Da immer ein Steuerwagen angehängt ist, weisen die Triebwagen keinen zweiten Führerstand auf. Für den Güterverkehr beschafften die CJ 1952/53 drei Gepäcktriebwagen 401-403 mit 528 kW Stundenleistung. Der De 4/4 403 wurde 1986 zum wesentlich leistungsfähigeren De 4/4 11 411 umgebaut (neue elektrische Ausrüstung, moderneres Aussehen). Die übrig gewordene Ausrüstung samt Drehgestellen wurde zum Umbau des Triebwagens 207 der Frauenfeld-Wil-Bahn zum CJ Bde. 4/4 621 weiter verwendet, der für Dienstzwecke, Güterzüge und als Reserve vorgehalten wird. Die Inbetriebnahme erfolgte am 28.2.1991. Neben einem Traktor für den Bahndienst hat die CJ auch eine Diesellokomotive für stromlose Momente die aber 1979 gebraucht von der La Mure Bahn in Frankreich erworben wurde. Betriebsnummer ist 508.

Personenwagen der CJ
Sicher ist nicht allgemein bekannt, daß die Jurabahnen mehr Schmalspur - Einheitswagen 111 besitzen als die Rhätische Bahn. Drei Gattungen der Bauart Normal lang sind bei den CJ im Einsatz: BDt (721/722), ABt (711-714) und B (751-756) als Zwischenwagen für Pendelzüge mit BDe 4/4 11. Zu der älteren Triebwagengeneration bestehen den Triebwagen in den Grundmaßen identische Steuerwagen Bt 701-706. Für Extrazüge und den Spitzenverkehr stehen die drei Plattformwagen 761-763 bereit, die von der SBB-Brünigbahn erworben wurden.

Wer genau mitgezählt hat, wird festgestellt haben, daß zu den Triebwagen 611-614 sechs Steuerwagen gebaut worden sind. Die beiden BDt Steuerwagen werden dabei vereinzelt als Verstärkung an einen mit Abt Steuerwagen formierten Zug angehängt. Das vereinfacht den Betrieb erheblich und spart ein umständliches Einreihungsmanöver von einem Zwischenwagen. Zwar weist der Triebwagen auch schon ein Gepäckabteil auf, doch kann man ein solches Abteil auch am anderen Zugende gebrauchen, ist doch der Velotransport in Schweizer Zügen weitaus häufiger anzutreffen als in Deutschland.

Bild wird geladenHistorie und Perspektiven
Die geschichtliche Entwicklung der CJ hat uns nur einen historischen Triebwagen BCe 2/4 der ehemaligen TBN sowie einen Zweiachser der TT für historische Fahrten erhalten. Da aber in diesem Bereich ein neuer Geschäftszweig entstanden ist, vermißt man nun weitere Fahrzeuge. Die CJ gingen daher den nicht üblichen Weg und kauften ein in Spanien ausgedientes BBC - Schmalspurkrokodil, das gerade aufgearbeitet wird. Zusammen mit den Brünigbahnwagen entsteht eine leistungsfähige Komposition. Aber damit nicht genug. In Pre-Petijean siedelte sich die neu gegründete Gesellschaft La Traction an, die jetzt eine alte Sägerei zum Depot ausbaut, damit die zwei aus Portugal herbeigeschafften Dampflokomotiven eine neue Heimat im Jura finden. Eine erste Malletlok (G 1'BC' 206) ist bereits einsatzbereit. Sie ist vorläufig im Lokschuppen in Le Noirmont beheimatet (Stand November 1993). Aber nicht nur die Historie wird bei den CJ für die Zukunft avisiert. Große Pläne zur Verlängerung der Strecke Saignelegier-Glovelier bis zur Kantonshauptstadt Delemont (Delsberg) scheiterten bislang an den Kosten, sind aber durch den Bau der Transjurane (Nationalstraße) wieder näher gerückt, da sowieso eine Trasse zwischen Glovelier und Delemont entsteht. Die neue Strecke soll vor allem die Verbindungen in die übrige Schweiz verbessern, zumal man derzeit in Delsberg für die acht Kilometer nach Glovelier noch mal umsteigen muß. Der bei verschiedenen Schmalspurbahnen neu abgelieferte Einheitswagen IV, besonders in Verbindung mit dazu passenden Triebwagen der Generation 1985, könnte auch Einzug bei den CJ erhalten. Dazu muß aber die geplante Strecke Glovelier-Delemont erst einmal gebaut sein. Dann werden die CJ den Stundentakt zwischen Delemont und Saignelegier aufnehmen, was einen erheblichen Fahrzeugmehrbedarf hervorrufen wird. Quelle LGB Depesche Thomas Bitter