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Zentralbahn Luzern - Engelberg

Die Luzern - Stans - Engelberg - Bahn wurde vor nicht allzu langer Zeit mit der Brünigbahn zur Zentralbahn vereinigt. Die Züge fahren bereits mit dem neuen Logo. Die Strecke wird zurzeit modernisiert. So wird z.B. der letzte Abschnitt künftig durch einen Tunnel führen und statt derzeit 246 nur noch 105 Promille aufweisen.

Allerdings gehen dadurch landschaftlich sehr schöne Streckenabschnitte für die Reisenden verloren. Allein deshalb sollte man die Gelegenheit zur Mitfahrt bis zur Tunneleröffnung (voraussichtlich 2007) noch nutzen.

Von Luzern fahren die Züge teilweise mit dem Triebwagen in der Mitte und an beiden Enden Steuerwagen. In Wolfenschiessen wird der letzte Teil abgetrennt und der Triebwagen schiebt nur den vorderen Zugteil auf den Berg. Zu Stoßzeiten wird der hintere Steuerwagen durch einen Triebwagen ersetzt, der Zug in Wolfenschiessen getrennt. Ab dort fahren zwei Züge im kurzen Abstand nach oben. Dieser Vorgang bremst besonders auf dem Zahnstangenabschnitt den Verkehr. So wird der Tunnel in Zukunft zur Verkehrsbeschleunigung beitragen. Teilweise wird die Zuggarnitur durch einen Verstärkungswagen ergänzt, den ein Rangiertraktor in Engelberg dann vom Zug abzieht.

Die Fahrt beginnt mitten im Zentrum von Engelberg.

Zunächst verläuft die Strecke eben durch die Ortslage von Engelber

g, immer mit Blick auf die Berge.

Besonders interessant ist am Ortsausgang der Streckenverlauf auf Stützmauern über der Straße. Hier kam es durch das verheerende Unwetter im August 2005 zu einer Unterbrechung, da die Stützkonstruktion für Straße und Bahndamm durch die Engelberger Aa weggeschwemmt wurde.

Im Ortsteil Boden findet man auch einen der engsten Kurvenradien. Dieser Radius wird in Zukunft umgangen, indem dort die Strecke in den Tunnel mündet.

Kurz darauf wird der Kreuzungsbahnhof Ghärst durchfahren.

Der Zug verlangsamt seine Fahrt, da die Einfahrt in den Zahnstangenabschnitt erfolgt. Wie mir ein Triebwagenführer erklärte, weisen sogar die einfachen Personenwagen auf einer Achse Zahnräder auf. Bald danach folgt die Station Grünenwald. Als die Straße noch nicht ausgebaut war, befand sich hier eine Straßenkreuzung mit der Bahn. Die Straße kreuzte ca. 1m über der Bahnlinie. Dazu musste das Personal 2 dreieckige Segmente von den Gleisen abklappen, die Oberleitung absenken, erst danach konnte der Zug passieren. Die Stelle dieses Überganges ist heute noch ganz gut erkennbar. Nun windet sich die Strecke und unterquert die Straße nach Engelberg. Es folgt der steilste Abschnitt der Zahnstange mit 246 Promille, den man von einer Kehre der Straße sehr gut einsehen kann. Langsam rollt der Zug dem Talboden entgegen und fährt bald in den Kreuzungsbahnhof Obermatt ein. Vorher überquert er noch auf einer Brücke die Druckrohre zum gleichnamigen Wasserkraftwerk.

Nach kurzer Wartezeit auf den/die Gegenzuge geht es im Adhäsionsbetrieb weiter. Allerdings kann noch keine Höchstgeschwindigkeit gefahren werden, da die Strecke bis zur Talsohle sehr kurvenreich ist. Ab Grafenort verläuft die Strecke im Talboden mit 34 Promille. Hier wird die Höchstgeschwindigkeit trotz der Kurven voll ausgefahren. Da hat der Autofahrer auf der parallel verlaufenden Straße Probleme, einen vor sich fahrenden Zug einzuholen, um eine Parallelfahrt zu veranstalten.

In Wolfenschiessen werden die zwei aus Engelberg eingetroffenen Zugteile vereinigt. In verkehrsschwacher Zeit steht hier der Zugteil, der von Luzern kommend, abgetrennt wurde. An ihn wird vorsichtig herangefahren, gekuppelt und der komplette Zug vom Steuerwagen des abgestellten Zuges weiter nach Luzern geführt.

In Stansstad wird wieder gekreuzt und dann geht es entlang des Vierwaldstädter Sees bis zur Station Hergiswill, wo unsere Strecke auf die Brüniglinie trifft. Jetzt ist die Schmalspurbahn fast wie eine Hauptbahn ausgebaut, teilweise doppelgleisig, mit sehr dichter Zugfolge und sehr modernen Triebfahrzeugen Jedenfalls dauert es nicht mehr lange, bis der Zug in den Hauptbahnhof von Luzern einfährt.

Es lohnt sich, diese Stadt zu besichtigen, nicht zuletzt wegen des Verkehrshauses, in dem eine Drehstromlok der Luzern Stans-Engelberg-Bahn ausgestellt wird. Ein Tag reicht für die Stadtbesichtigung kaum aus.

Mehr Informationen über diese interessante Bahn, zur Geschichte und zum Rollmaterial kann man dem Buch „Bahnen nach Engelberg" ISBN 3-907 014-10-3 entnehmen.

Auszug aus der Gartenbahn 6/2006