Die Kirnitzschtalbahn

Am 28. Mai 1898, als sich zum ersten Mal die Kirnitzschtalbahn von Bad Schandau zum Lichtenhainer Wasserfall in Bewegung setzte, haben wohl die wenigsten geglaubt, daß einhundert Jahre später diese Bahn beliebter denn je ist. Mit einer Länge von 8,3 km und einer Spurweite von 1.000 mm ist sie die einzige Straßenbahn der Welt, die in einem Nationalpark verkehrt. Hinzu kommt noch, daß dieses umweltfreundliche Verkehrsmittel mit Strom betrieben wird, der in der heutigen Zeit zu 40 % aus einer Solaranlage gewonnen wird.

Der wachsende Tourismus in der Sächsischen Schweiz machte es 1898 notwendig, das Kirnitzschtal durch eine Verkehrsverbindung weiter zu erschließen. Ursprünglich hatte man die Idee, die Strecke bis in die Böhmische Schweiz zu verlängern. Nach einjährigem Bau wurde am Pfingstsonntag, dem 28. Mai 1898, die Strecke freigegeben. Haltestellen, wie Ostrauer und Mittelndorfer Mühle, Nasser Grund, Beuthefall oder Endpunkt Lichtenhainer Wasserfall sind bis heute beliebte Ausgangspunkte für eine Wanderung in das Gebiet der Schrammsteine, zum Kuhstall, sowie zum Kleinen und zum Großen Winterberg.

Bild wird geladen

In ihrer einhundertjährigen Geschichte mußte die Bahn auch mit Rückschlägen fertig werden. So zerstörte ein Brand 1927 den gesamten Wagenpark. Auf Grund des schlechten Zustandes der Strecke, kam es immer wieder zu Entgleisungen. Viele Jahre befuhr man deshalb nur Teilstrecken. Es wurde mehrfach erwogen, den gesamten Betrieb einzustellen. Immer wieder entschied man zugunsten der touristischen Bedeutung der Bahn.

Auch heute ist die Kirnitzschtalbahn auf der gesamten Strecke als Verkehrsmittel im Nationalpark Sächsische Schweiz unterwegs.

Herzlichen Glückwunsch, auf die nächsten Hundert Jahre!

Stefan Menzer

LGB-Depesche 93 29.11.1998