Freilandanlage Werner Mauel

Zu Weihnachten 1970 begann bei uns das Leben mit der LGB mit einem Weihnachtsgeschenk bestehend aus der Lok 2010 D und 2 Waggons auf einem kleinen Gleisoval. Damit waren bei meinen Söhnen Michael, Lothar und Georg (Geburtsjahre 1961 , 63 und 69) vielfältige Interessen geweckt, so wurden unsere meisten Häuser und Gebäude selbst gebaut und auch mit Einrichtungen versehen. Schwerpunkt des Anlagebaues war die Arbeit mit Zement: Schienendämme, Brücken, Tunnel, Straßen, Plätze und Fundamente für Gebäude sind in Beton gegossen. Bahnsteige und Grenzmauern sind aus Estrichmörtel gefertigt. Technisch schwierig und mit erheblichem Arbeitsaufwand verbunden waren die Bauten des Blauen Sees und des Oberen Sees. Gegen den Rat von Sachverständigen wurden sie in Beton gegossen. Mit starker Eisenarmierung versehen wurden sie jeweils an einem Tag, in einer 20 cm dicken Schicht handgeformt. Sie haben sich seit 10 bzw. 5 Jahren wasserdicht bewährt. Um immer arbeitsbereit zu sein, werden in Silos Kies und Sand und in luftdichten Behältern Zement vorrätig gehalten. Verbraucht wurden bisher ca. 20 cbm Beton. Um nicht eigene Brutstätten für Mücken zu schaffen, werden im Frühjahr aus dem auf dem Grundstück befindlichen Fischteich Goldfische gefischt und in den Seen ausgesetzt. Der erste Sommer ohne dieses Verfahren war sehr mückenreich.

Zur Belebung der Anlage wurden etwa 100 Kleinkoniferen gesetzt. Vor der Tankstelle steht in einer flachen Betonmulde ein Essigbaum, der in drei Jahren nicht über den LGB-Maßstab hinausgewachsen ist. Auch die sonst großen Blätter sind im Maßstab 1 :22,5 in jedem Sommer gewachsen. Die Aufzählung zeigt, dass eine LGB Anregungen gibt, sich in vielen Fachgebieten zu betätigen.

Daneben wurde aber auch an dem rollenden Material gearbeitet. Ein Rottenfahrzeug wurde auf dem Fahrgestell einer Draisine, ein offenes Triebfahrzeug für den Sommerzug auf dem Fahrgestell einer Ellok 2060 aufgebaut. Für die Personenwagen wurden zahlreiche Inneneinrichtungen geschaffen.

In den 11 Jahren des Bestehens wuchs unsere LGB zu beachtlichen Größen. 170 m Schienen mit 28 Weichen bedecken in den größten Ausmaßen 21 x 24 m etwa 500 qm des Grundstücks. An rollendem Material stehen zur Verfügung: 18 Lok, 2 Selbstbautriebfahrzeuge, 1 Straßenbahn, 1 Triebwagenzug, 1 Wismarer Bus und 1 Draisine. Gezogen werden über 100 Waggons.

Im Jahre 1979 stellte sich heraus, dass abends die Arbeit des Abräumens der Fahrzeuge von den Schienen zu umfangreich wurde. Die Garage wurde umfunktioniert und einem guten Zweck zugeführt. Eine Durchfahrt wurde in die Wand gestemmt und der neue Lokschuppen an das Schienennetz angeschlossen. Hier stehen jetzt auch einzeln abschaltbare Abstellgleise zur Verfügung. In der Garage sind für LGB-Zwecke 17 Stahlaktenschränke vorhanden, die jeweils 5 abschließbare Schubladen enthalten. Diese Schränke fielen bei der Umstellung eines großen Verwaltungsbetriebes an. In jede Schublade passen 5 zweiachsige Waggons. Das Auto steht jetzt in der Einfahrt. Die Ehefrau und Mutter hat bisher allen Plänen zur Ausdehnung der LGB zugestimmt. Ich könnte mir vorstellen, daß Väter von Töchtern Schwierigkeiten bekommen (?).

Inzwischen gehen die Arbeiten zum weiteren Ausbau weiter. An zwei Großbaustellen wird der Ausbau der Straßenbahnlinie und des Bahnhofs Kottenforst am Oberen See betrieben. Ein Bahnhof, ein Lokschuppen und fünf Häuser stehen schon zur Verfügung, um im nächsten Jahr diese Aufgaben in Angriff zu nehmen. Werner Mauel

LGB Depesche 44 Frühjahr 1982

www.howibahn.de