LGB-Modell der RhB-Ellok Ge 2/4

Abgesehen davon, dass es sich bei dieser Lokomotive um einen ohnehin beliebten Ellok-Oldtimer handelt, ist dieses Lokmodell wegen seiner geringen Länge von 380 mm so ganz nach dem Herzen von Besitzern kleinerer Anlagen. Das Fahrwerk des Modells ist voll verkapselt und damit voll tauglich für den Freilandeinsatz, eine Tatsache, die natürlich auch allen anderen LGB Lokomotiven eigen ist. Der besondere Reiz dieser Maschine liegt in der Achsfolge Ge 2/4 (G = Schmalspur, e = elektrisch, 2/4 = zwei angetriebene von insgesamt vier Achsen) mit den beiden großen Speichenrädern und dem (imitierten) Schrägstangenantrieb auf die Blindwelle und von dort über Kuppelstangen auf die beiden Treibachsen, die große Speichenräder besitzen. Das Gestänge ist sehr fein graviert, aus verschleißfestem Kunststoff hergestellt und schwarz ausgelegt. Die beweglich gelagerten Vorlaufachsen mit der Kupplung haben kleine Speichenräder. Am Fahrwerk selbst sind Luftkessel, Bremsanlage, Schienenräumer und verschiedene Aggregate plastisch nachgebildet. Die Pufferbohle zeigt ein hochgeklapptes Übergangsblech, Bremsschläuche und die dazugehörigen Leitungen, Schmalspurmittelpuffer und imitierte Steckdosen. Alle Teile des Fahrwerks sind schwarz lackiert. Das Gehäuse ist in schweizer Lokbraun gehalten. Diagonal angeordnet lässt sich auf jeder Seite der Lok eine Führerstandstür öffnen, deren Fenster herablaßbar sind. Die Führerstände sind komplett eingerichtet und beleuchtet. Jede Seitenwand besitzt eine Lüfterjalousie und zwei verglaste Fenster mit (imitierten) Messingrahmen. Die bei schweizer Lokomotiven spartanisch vorhandene Beschriftung ist gelb aufgedruckt. Eignerbezeichnung RhB und Loknummer 205 sind erhaben graviert und messingfarben bedruckt. Das Fabrikschild BBC/SLM ist als Ätzteil aufgeklebt. Die Stirnwände zeigen die imitierte mittlere Übergangstür, Handläufe, Scheibenwischer sowie die prächtigen Laternen des Dreilichtspitzensignals, an denen vor allem die feinen „Messing-Blenden besondere Beachtung finden sollten. Das Dreilichtspitzensignal leuchtet schon bei geringer Fahrspannung in voller und stets gleichmäßiger Stärke, wobei in Vorwärtsfahrt vorbildgetreu drei Lampen und bei Rückwärtsfahrt die rechte untere Lampe leuchtet.

Das Dach zeigt die präzise gearbeiteten Dachstromabnehmer, die imitierte Mechanik der Stromabnehmer, Leitungen, Isolatoren, Laufbretter und die Vernietungen der einzelnen Dachsegmente. Das Dach ist hellgrau, die Laufbretter sind dunkelgrau und die Stromabnehmer silbern lackiert.

Spätestens nach Herausheben der Lok aus der Verpackung spürt man an ihrem Gewicht, dass es sich nicht um ein zierliches Spielzeuglöklein, sondern um eine robust-handfeste Zugmaschine für die Lehmann-Großbahn handelt. Die Fahreigenschaften sind superb. Die Lok lässt sich mit dem normalen Reglertrafo im Kriechgang ruck und taumelfrei anfahren, eine Laufeigenschaft, die das Modell dann in allen Geschwindigkeitsbereichen beibehält. Das Fahrgeräusch besteht nur aus einem Hauch von Motorensummen und dem Schleifen der beiden Schienenschleifer, die für den Freilandbetrieb unabdingbar sind, da sie dort nicht nur einer weiteren sicheren Kontaktaufnahme dienen, sondern auch einen gewissen Schienenreinigungseffekt besitzen. Die Lok ist umschaltbar von Unter- auf Oberleitung, wobei in der Mittelstellung des Schalters die Lok stromlos abgestellt ist.

Fazit: Prächtiger Ellok-Oldtimer als weiterer Schritt bei der langsam fortschreitenden Komplettierung des schweizer LGB-Programms.

LGB Depesche 52 Frühjahr 1986

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