Gleisbeschotterung und Regenabfluß

Einigen Lesern der LGB-DEPESCHE wird sicherlich bei bestimmten Aufnahmen von unserer VOBA-Bahn aufgefallen sein, dass nahe den Gleisen oder Bahnbauten relativ grober Kies (Split) vorhanden ist. Das mag bei einigen Fotosujets nicht immer vorteilhaft aussehen, hat aber eine besondere Bewandtnis. Und für Gartenbahnbetreiber sind gewisse Kompromisse bei der Gestaltung der Bahn ohnehin nicht zu umgehen.

Unsere weitläufige Anlage muss zwangsläufig eine Reihe von "Zugängen" haben, man muss bei einer Anlage im Garten absolut notwendig an jede nur erdenkliche Stelle herankommen. Der verwendete Kalksteinsplit mit der Körnung 8-11 mm ist für solche Zwecke bestens geeignet, da dieser nach kurzer Setzzeit eine absolut ebene Trittfläche bietet. Aus diesem Grunde verwenden wir hierfür auch keinen (zugegebenermaßen optisch "schöneren") feinen Kies/Split. Hier machen sich Fußabtritte doch sehr unschön bemerkbar, und dies umso unangenehmer, je mehr Kinder oder Haustiere den Garten "bevölkern".

Die freien Flächen mit einer dünnen Teer- oder Betonschicht zu überziehen (quasi als "Straßendecke") hat zu keinen befriedigenden Ergebnissen geführt, da der Frost zu stark arbeitet. Vielleicht haben einige LGB-Bahner in dieser Hinsicht positivere Erfahrungen gemacht, ohne dass gleich einige Gartenflächen zubetoniert werden.

Zudem hat die beschriebene "Bauart" auch den sehr großen Vorteil, dass das Regenwasser schnell und in gewünschter Richtung abfließen kann. In unserer über zehnjährigen Bahngeschichte hat die Anlage auch nach stärksten Wolkenbrüchen noch nie unter Wasser gestanden.

Und dies auch, obwohl viele Gleise ebenerdig liegen und die Gleise selbst mit feinem Split beschottert und verklebt sind, das Schotterbett selbst also nicht wasserdurchlässig ist!

Wie bereits schon beschrieben, sind die gesamten Gleisstränge der Anlage mit 3 oder 4 mm starken und 13-14 cm breiten Polystyrolstreifen verschraubt. Die Gleise sind dann mit feinem Split beschottert und mit wasserfestem PONAL-Weißleim (1 Teil PONAL und 5 Teile Wasser und etwas Spülmittel) verklebt nach einer Methode, wie sie bei HO- und N-Bahner schon jahrelang erprobt ist! Zum Schluss, nach ein bis zwei Tagen Trocknen, ist der Gleiskörper dann noch mit mattem Klarlack überstrichen worden, wobei die Gleisober- und Gleisinnenseiten sofort nach Lackierung zu säubern sind. Nach dem Beschottern der Gleise sollten diese im übrigen bei instabiler Witterung zur Sicherheit abgedeckt werden, ein Regenguss spült den Split fort bzw. verdünnt den Leim zu stark.

Um zu gewährleisten, dass genügend Luft an den Gleiskörper kommt, legt man zunächst einige Eimer, Waschkörbe oder Kartons auf das Gleisbett und stülpt darüber eine wasserdichte Abdeckplane. Nach 15 bis 30 Stunden ist der Schotter sodann steinhart verklebt.

Unsere Gleiskörper liegen entweder auf Betontrasse oder Basaltplatten oder auf dem oben beschriebenen Splituntergrund und sind trittfest, wasserabweisend und weitgehend frostresistent. Falls nach der Winterzeit dann doch einige Teile der Schotterbettung (meistens an den Kanten) abgebröckelt sind, wird eben nach bezeichneter Methode ausgebessert.

Den genannten Kalksteinsplit gibt es in der Regel im Baustoff- Fachhandel. Den groben Split verwenden wir anstelle von Kiessand auch bei Betonarbeiten im Garten (z.B. Trassenuntergrund, Randsteinbefestigung) und ebenso als Auflage für die Gartenwege. Der Preis liegt in unserer Stadt für etwa 5 Tonnen einschließlich Anfahrt bei unter DM 200,00. Befindet sich eine Straßenbaustelle oder ein Schotterbearbeitungswerk in der Nähe des Wohnortes, so lohnt sich auch dort ein Besuch. Durchweg sind die Mitarbeiter gerne bereit, einige Eimer des feinen Kalksteinsplits abzugeben (Vorsicht bei der Gewichtszuladung im Auto!). Ein großer Teil der feinen Splitsorten wird im übrigen beim Straßenbau als Zugabe in die Teerschicht verwendet.

Dr. Jürgen Vorsteher und Bernd Backhaus

LGB Depesche 62 2. Ausgabe, 1989

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