Große Gartenbahn am Alpenrand

Die Anlage befindet sich ca. 100 km südlich von Wien n etwa 800 m Höhe im Wechselgebiet in der Nähe der Bergstrecke der Aspangbahn. Unser Garten liegt zwar auf einem Höhenrücken etwas abgelegen, aber mit dem Auto sind es trotzdem nur einige Minuten von der Abfahrt Schäffern der Südautobahn entfernt.

Die derzeitige Anlage erstreckt sich entlang des Zaunes mit einer Streckenlänge von ca. 80 m und einer Gleislänge von etwa 200 m. Den Kern bildet der 11 m lange Hauptbahnhof (Aspang Hbf) mit vielen Verschubmöglichkeiten (einer mir sehr wesentlichen Sache).

Nach Osten geht es in einer leichten Steigung zum dreigleisigen Bhf Waldhausen (so genannt, weil in einer kleinen Baumgruppe gelegen), wo durch eine Schleife die Möglichkeit besteht, in den anderen Richtungsteil von Aspang zu verschieben.

Die Gegenrichtungsstrecke verläuft etwas abseits in einem 2 m langen Tunnel. Anschließend gelangt man wieder leicht ansteigend über eine Brücke in das Gartenbahn-Haus Haberl-Ost, das die Schleife enthält. Davor liegt aber noch eine dreigleisige Verschubmöglichkeit mit Entkupplungsschienen sowie vier Lokabstellgleise. Hier gibt es auch noch eine Gleisharfe mit einer Abstellautomatik für sieben Züge, die sich selbständig einordnen und abschalten. Letzteres ist wichtig bei momentanen Regengüssen, wenn man mehrere Züge hintereinander mit Mehrzugsystem eilig ins Haus "schickt". Von Aspang westwärts geht es leicht fallend an der Buschenmühle hinten vorbei und dann wieder ansteigend nach dem drei-, bzw. fünfgleisigen Bhf Martinsberg, benannt nach meinem Sohn Martin. Hier können Züge überholt bzw. abgestellt werden.

Nach der Schleife geht es hinunter zur Haltestelle Buschenmühle, mit einem Abstellgleis für die mit Mehlsäcken beladenen Güterwagen. Nach der im Bogen gelegenen Haltestelle führt die Strecke wieder ansteigend zum Hbf Aspang.

Vor Aspang Hbf befindet sich das zentrale Stellpult für die Weichen, Entkupplungsgleise, Gleisabschaltungen und Bahnhofsbeleuchtungen. Davor kann das transportable Fahrpult angesteckt werden. Dieses beinhaltet neben Volt- und Amperemeter wahlweise eine Mehrzugsteuerung (Salota) oder eine Einzelsteuerung mit zwei Wahlmöglichkeiten: Den LGB-Fahrregler 5007 oder das Fahrpult von Symogronic (FP 1001) mit Brems- und Anfahrverzögerung (elektronische Schwungsmasse) für feine Fahrregelung. Auch Bremsen ist möglich.

Das bedingt natürlich auch, dass jede Lok einen Umschalter für Normal- und Mehrzugbetrieb hat. Sehr zufrieden bin ich nicht mit der Mehrzugsteuerung. Die Loks lassen sich nicht fein regeln, und fallweise verstellen sich die Empfänger. Auch gibt es Probleme bei der Geräuschlok 2051 S, wo der Ton bei Normalbetrieb später einsetzt als der Motor. Das war auch der Grund, warum ich mir in meine 2080S keinen Baustein einbauen ließ, weil ich Störungen der Geräuschelektronik befürchtete.

Eine zweite Steuermöglichkeit für die Loks ergibt sich durch Anstecken des transportablen Fahrpultes im Abstellhaus (Haberl- Ost), wo durch ein großes Fenster fast die gesamte Anlage überblickt werden kann. Leider gibt es noch keine Möglichkeit, hiervon innen die draußen liegenden Weichen, Entkupplungsgleise und Signale zu schalten. Beim Hausbau wurden aber schon Panzerschläuche mit Mehrfachkabeln im Boden zwischen Haberl- Ost und Aspang Hbf sowie Waldhausen verlegt, die es künftig ermöglichen sollen, wenigstens manche Weichen und andere Magnetartikel auch von innen in Haberl- Ost zu schalten.

Statt des Gesamtstellpultes vor dem Hbf Aspang mit den etwas unübersichtlichen, in zwei Reihen

je nach Fahrtrichtung übereinanderliegenden Stellpulte, soll ein Gleisbildstellwerk mit Folientastern kommen, bei dem auch die Gleisabschaltungen integriert sind. Aber gerade diese Schalter in Folientechnik sind noch ein Problem, weil bis zu 3 A Belastungen auftreten werden.

Für dieses neue Stellpult muss ich übrigens fast alle Magnetartikel neu verkabeln, weil ich derzeit noch gemischt ausgerüstet bin (alte Magnetartikel + EPL System). Es steht mir also ein Berg von Arbeit ins Haus!

In Haberl- Ost befindet sich ein Stellpult für die Innenanlage (drei Verschubgleise, Lokabstellgleise und Abstellharfe) mit integrierter Abstellautomatik. Bei Bedarf werden die roten Weichentasten betätigt, und das Abstellprogramm läuft automatisch mit Hilfe von Gleiskontakten und Zusatzschaltern bei den Weichen von Gleis 1 bis Gleis 7 ab.

Der Fahrpark besteht aus neun Dampfloks, zwei Dieselloks, einer Ellok und 55 Waggons. Es lassen sich acht mittlere (fünf bis sechs Waggons) bis lange (acht bis zehn) Züge zusammenstellen: Drei Eilzüge, drei Personenzüge, zwei Güterzüge. Bei den meisten Eilzugwagen erfolgt die Stromaufnahme für die Innenbeleuchtung (auch abschaltbar!) über Schleifer von Metallachsen. Die kurzen Personenwagen sind beleuchtungsmäßig durch Stecker verbunden.

Kurz noch einige Worte zum Gleisbau: Als Unterbau befinden sich im Boden eingelassener Zement oder Ziegelsteine verschiedener Größen, um Maulwürfe und Wühlmäusen das Handwerk zu legen. Darüber etwas grober, dann feiner Kies, auf dem die Gleise "eingeschottert" liegen. Dadurch wird die Strecke einigermaßen naturgetreu, wenn auch der Kies im Maßstab etwas zu grob ist (aber notwendig, weil er sonst bei Gewitter und Regengüssen leicht weggewaschen wird!). Hauptproblem sind im Herbst die Blätter, die sich zwischen die Schienenstränge legen und mit der Zeit im Kies Humus bilden würden. Deshalb werden sowohl die Bahnhöfe, als auch die Streckenteile mit grünen Plastikplanen bzw. Streifen abgedeckt. Das ist zwar mühsam, hat aber den Vorteil, dass im Frühjahr die Anlage nach Abnahme der Abdeckungen fast fahrbereit ist. Es müssen dann nur noch die Bahnhöfe und sonstigen Bauten aufgestellt und angeschlossen, sowie Signale aufgesteckt werden. Die Bahnsteige bestehen übrigens aus einseitig beschichteten, grauen Eternitplatten. Das hat den Vorteil, dass man darunter bequem im Kies die Leitungen verlegen kann und jederzeit wieder leicht an sie herankommt.

Das wäre im Wesentlichen ein kurzer Überblick. Es ist mir bewusst, dass er nicht vollständig ist, aber es soll wenigstens einmal der Beginn sein, meine Gartenanlage auch anderen LGB-Freunden vorzustellen.

Fritz Seifert

LGB Depesche 65 2. Ausgabe, 1990

www.howibahn.de