LGB-Innenanlage in Rahmenbauweise

Auch ich gehöre zu den Modellbahnern, die von einer HO-Anlage zur LGB gewechselt haben. Anfangs war sie für meinen kleinen Sohn gedacht, der sie mit meiner Hilfe in Haus und Garten aufbaute. Die Großbahn faszinierte mich aber ständig mehr, und vor etwas mehr als zwei Jahren baute ich die HO-Anlage ab, um (auf noch etwas mehr Fläche) die LGB fest aufzubauen.

HO-Freunde rieten mir immer von einem Wechsel ab, weil »man bei einer so großen Bahn doch höchstens zwei Kreise in einen Kellerraum bekommt«. Das war für mich die Herausforderung, mit einer Gleisschablone auszuloten, was bei meinen Platzverhältnissen von ca. 6,6 m x 2,3 m möglich wäre. Ich war dann nach vielen Entwürfen selbst überrascht, noch mehr aber alle Skeptiker und unvoreingenommene Beobachter, was auch mit diesem großen Maßstab machbar ist.

Wie schon bei HO wählte ich die offene Rahmenbauweise, weil man von unten her gut an die Schattenbahnhöfe herankommt. Ein verschlungener Hundeknochen über drei Ebenen bildet die Hauptfahrstrecke. Hinzu kommt ein äußerer Kreis, zu dem ein Zugwechsel stattfinden kann. Durch den gewählten Streckenverlauf entsteht der Eindruck einer doppelgleisigen Strecke mit Gegenverkehr, doch fahren drei Züge in vier Blockstellen hintereinander.

Beginnen wir die Fahrt mit einem Zug, der bei S1 Grün bekommen hat und auf Gleis 1 in den Bahn-

hof Waldau einfährt. Waldau liegt in der zweiten Ebene (in 25 cm über Null). Der Zug hält auf Gleis 1 und lässt den auf Gleis 2 wartenden Zug abfahren. Die Signal- und Weichensteuerung erfolgt über Reedkontakte, die für alle Bahnhofsbereiche in Blöcken abgeschaltet werden können, so dass auch jederzeit eine Steuerung vom Schaltpult her erfolgen kann.

Der Zug muss nun im hinteren Teil der Anlage 4 % Steigung überwinden und gelangt dann in die dritte Ebene (50 cm über Null). Nach der Umrundung der Mühle fährt der Zug bergab und läuft dann im Bahnhof Waldau auf Gleis 3 in der Gegenfahrtrichtung ein. Er lässt den auf Gleis 4 wartenden Zug abfahren, der durch den Tunneleingang E unter der Mühle hindurch in die untere Ebene gelangt (F). Nach Überquerung einer Straße mit Bahnübergang (von POLA, wie auch alle übrigen Gebäude) fährt der Zug durch den Tunneleingang A in den Schattenbahnhof I mit den Gleisen 5 und 6 ein. Er stoppt und lässt den auf dem Parallelgleis wartenden Zug abfahren, der nach Passieren von B die ansteigende Strecke nach C befährt, unter der Mühle weiter ansteigt und nach dem Passieren von D bei S1 auf die Einfahrt nach Waldau wartet.

Er hat dann den Ausgangspunkt wieder erreicht. Drei Züge in den vier Blockstellen sowie drei Züge jeweils in Warteposition in Waldau und im Schattenbahnhof ergeben bereits sechs Züge.

Im äußeren Ring befinden sich ebenfalls drei Züge. Zwei wechseln automatisch im Schattenbahnhof II. Ein dritter wartet bei III, wo es keinen automatischen Wechsel gibt. Auf Gleis 7 kann ein zehnter Zug abgestellt werden. Vor dem Schaltpult sind Zugwechsel zwischen dem inneren und äußeren System möglich. Durch die verschiedenen Abstellgleise a-h sind Lokwechsel- und Rangiermöglichkeiten geschaffen. Gleis a hat einen Bahnsteig und ist speziell für den Wismarer Schienenbus gedacht.

Die Anlage ist vollständig mit Fahrleitung überspannt. Im Tunnel besteht die Fahrleitung meist aus 1,5 mm Kupferdraht. Die dortigen Masten und Quertragwerke sind Holzleisten. Zum Teil

dienen sie gleichzeitig als Stütze für die zweite und dritte Ebene.

Bei mir verkehren Züge aus Deutschland. Österreich und der Schweiz. Erlaubt ist, was gefällt, denn die Beschränkung auf ein Land engt zu sehr ein.

Vielleicht gibt es demnächst sogar einen amerikanischen Zug auf meiner Anlage. Zu motivieren wäre dies beispielsweise durch Schilder im Bahnhof Waldau wie »100 Jahre Freundschaft Waldau- Silverton! Täglich Sonderfahrten mit einem echt amerikanischen Westernzug!«

LGB Depesche 69 Jörg Wiatrowski 3. Ausgabe 1991

www.howibahn.de